Auch durch Mais, Hirse, Gras und Gülle wird das Duschbad möglich

Oebisfelde. Kritisch hatten sich in den vergangenen Wochen Anwohner über den Betrieb der Biogasanlage im Gewerbegebiet an der Salzwedeler Straße geäußert. Oft habe die Anlage unangenehme Gerüche abgesondert und Lärm, auch in der Nacht, erzeugt. „Wir hatten Anlaufprobleme. Die haben wir jetzt aber zum Großteil in den Griff bekommen“, sagte am Mittwochabend Karlheinz Wittlerbäumer von der Revis-Bioenergy, dem Betreiber der Anlage.

Überzeugen konnten sich davon auch die C-Junioren-Kicker des 1. FC Oebisfelde. Die und ihre Trainer hatte Wittlerbäumer zu einer Besichtigung eingeladen. Sie erfuhren viel Wissenswertes über die neue Anlage am Rande Oebisfeldes. So werden beispielsweise am Standort jährlich 55 000 Tonnen Silage, die teilweise abgedeckt in einem Silo lagert, verarbeitet. Die Silage bestehe aus geschreddertem Mais, Hirse und Grasmahd und damit zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Zum Einsatz komme aber auch Gülle. Doch wie wird aus Mais, Hirse, Gras und Gülle Biogas? Um es verständlich und einfach zu erklären, so Wittlerbäumer, käme die Biomasse zunächst in die großen silberfarbenden Behälter und werde dort vergoren. Beim Vergären entstehe Gas, das aufbereitet und schließlich ins Netz eingespeist werde. „Das ist ein ständiger Prozess, der nicht unterbrochen wird“, erläuterte Wittlerbäumer weiter. Nach dem die Masse ihren Zweck erfüllt habe, wandere sie in die dunklen Behälter und werde dort von Tankfahrzeugen abgepumpt und abgefahren. „Die Masse wird auf die Felder, ähnlich wie Gülle, ausgebracht. Sie ist unserer Meinung nach hochwertiger Dünger“, sagte Wittlerbäumer.

Hauptprodukt der Anlage sei aber das Biogas. Das werde nach der erwähnten Aufbereitung, dabei muss es mindestens einen Reinheitsgrad von 97 Prozent erreichen, in das Netz eingespeist. „Es ist möglich, dass, wenn ihr duscht und die Gastherme anspringt, das Gas aus unserer Anlage stammt“, erläuterte Wittlerbäumer den jungen Fußballern und ergänzte: „Pro Stunde produzieren wir 700 Kubikmeter.“ Zum Geschäft gehöre auch das spektakuläre Abfackeln. Das werde bei Störungen und Wartungsarbeiten notwendig, um den Gasdruck abzubauen. Betrieben werde die Anlage indes von nur drei Arbeitskräften. „Mit der Hand wird nur noch selten ein Schieber oder Hahn geöffnet. Es ist fast alles voll automatisiert. Das ist ein Trend, der nicht mehr aufzuhalten ist“, so Wittlerbäumer.